Von allen überrollt
Magma, Mafia, Muslime und mehr - Auf Sizilien ging alles durch



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Fiat Cinquecento am Strand von Milazzo: Der alte Fiat 500 gehört zu Italien wie Verdi, Cappucino und Sophia Loren. Doch es war Ingrid Bergmann, die im Film "Stromboli" die Hauptrolle spielte. Vom langen Sandstrand in Milazzo sieht man im Hintergrund die äolischen Inseln Vulcano und Lipari. Die Gruppe der トolischen oder Liparischen Inseln liegt nordwestlich von Milazzo und besteht aus Lipari, Vulcano, Salina, Fillicudi, Alicudi, Panarea, und Stromboli. Alle sieben Inseln sind vulkanischen Ursprungs.

Fiat Cinquecento am Strand von Milazzo: Der alte Fiat 500 gehört zu Italien wie Verdi, Cappucino und Sophia Loren. Doch es war Ingrid Bergmann, die im Film "Stromboli" die Hauptrolle spielte. Vom langen Sandstrand in Milazzo sieht man im Hintergrund die äolischen Inseln Vulcano und Lipari. Die Gruppe der トolischen oder Liparischen Inseln liegt nordwestlich von Milazzo und besteht aus Lipari, Vulcano, Salina, Fillicudi, Alicudi, Panarea, und Stromboli. Alle sieben Inseln sind vulkanischen Ursprungs.Sondierungsgespräche auf Vulcano: Für ein Schwätzchen ist immer Zeit. Drei der 470	Bewohner der Insel Vulcano sehen dem Treiben im kleinen Fährhafen Porto Levante zu und geben dazu ihre Kommentare ab.Im Fährhafen Porto Levante auf Vulcano geht es ruhig und gelassen zu. Dennoch ist die Insel lediglich ein schlafender Vulkan. Der jüngste Vulkanausbruch datiert in die Jahre 1888 bis 1890. Die aus dem Inselinneren ausströmenden Schwefeldämpfe mahnen mit ihrem penetranten Geruch daran, dass es jederzeit wieder zu einem Ausbruch kommen kann.Warme Quellen und Fumarolen laden auf Vulcano zum Baden ein. Unweit des Fährhafens befindet sich ein konstant 34 Grad Celsius warmes Schlammbad, dessen heilbringende Schwefelwirkung sehr geschätzt wird. Nach dem Suhlen im Schwefelschlamm wechselt man zum klaren Meereswasser und spült sich in einer der hei゚en Quellen sauber.Traumhafter Sandstrand, malerische Fischerhäuser, ein bedeutender Dom- all das ist Cefalú. Von oben betrachtet bestätigt sich diese Ansicht noch mehr. Auf halber Strecke zwischen Messina und Trápani an der Nordküste Siziliens liegt diese Perle der Normannen mit heute 13.500 Einwohnern. Diese eroberten im Jahre 1063 den Ort, der seinen Namen von dem felsigen Hausberg hat. Cefalú kann auf eine rund dreitausendjährige Geschichte zurückblicken. Der Hausberg diente dabei als Kultstätte und als letzter Rückzugsraum vor feindlichen Angreifern. Später errichteten die Normannen eine Burg auf dem leicht zu verteidigenden Berg. Die Griechen haben die Ansiedlung nach dem griechischen Wort Kephalos (Haupt) Kephaloidion benannt. Die von Bausünden verschont gebliebene Altstadt strahlt aufgrund des lebhaften Treibens auf dem Corso Ruggero und des majestätischen Normannendoms eine schöne Atmosphäre aus.Im frühen Abendlicht leuchtet der Dom von Cefalú. Sehr malerisch wirkt Cefalú von der Seeseite aus beim Lido (Badestrand) im Osten der Stadt. Dom, Hausberg, Altstadt und der Strand von Cefalú im Abendlicht sind die Zutaten für romantische Stimmungen.Der Duomo, eine dreischiffige Säulenbasilika, hat Cefalú berühmt gemacht. Der Normannenkönig Roger II. legte 1131 den Grundstein zu diesem bedeutendsten normannischen Kirchenbau Siziliens, der ursprünglich als Grablege der Normannenkönige vorgesehen war. Als Roger 1154 starb, stockte die Arbeit, die fremden Baumeister aus dem normannischen Norden gingen, und die Italiener kamen. Ein einheimischer Architekt namens Panettera vollendete 1240 den Bau der Fassade, die dreibogige Loggia zwischen den Türmen schuf erst im Spätmittelalter ein Mann aus Como. Die Basilika stellt eine überaus gelungene Verbindung zwischen romanischen und byzantinischen Einflüssen dar. Der Kirchenraum beeindruckt durch die faszinierenden Mosaikarbeiten im Altarraum, geschaffen von byzantinischen Meistern, und durch ihr schlichtes Langhaus, das untypischerweise niedriger ist als das Querhaus. Der Weltenherrscher Christus Pantokrator in der Apsis gilt als das herausragenste mittelalterliche Mosaik Siziliens.Cáccamo ist typisch sizilianisch. Das zwischen Cefalú und Palermo im Hinterland von Términi Imerese gelegene Bauernstädtchen hat 5500 Einwohner. Die Gründung von Karthagern wird von einem mächtigen Kastell, das einst dem Geschlecht der Chiramonte gehörte, beherrscht. Neben dem im Kern aus der Normannenzeit stammenden Dom San Giorgio beherbergt Cáccamo weitere ansehnliche Barockkirchen.Der bekannteste Markt Palermos und einer der ältesten Europas ist die Vucciria zwischen der Via Roma und dem Hafen. Absehen von einer langen Mittagspause sind die Händler bis weit in den Abend aktiv. Von den Fischständen tropft dort das Eiswasser auf die großen Pflaster, die "balate" der Vucciria. Ein palermisches Sprichwort sagt, dass die "balate" der Vucciria nie trocken werden dürfen vom Wasser der Fischstände. Heute trocknen sie dennoch ab, denn langsam verschwindet dieser Markt. Die Bewohner sind weggezogen aus dem immer mehr verfallenden Viertel.Im Convento di Cappuccini in Palermo haben sich die Kappuzinermönche und viele Familien des Hochadels als Mumien bestatten lassen. Von Staub bedeckt , in Kleidern, die zu Staubgespinsten zerfallen, hängen sie an den Wänden und zeigen der Welt die Vergänglichkeit auf. In früheren Zeiten wurden sie sogar von Zeit zu Zeit nach neuer Mode bekleidet.Durchaus kunstsinnig waren die Normannen vor allem in Palermo: Zum Palazzo di Normanni, heute Sitz der sizilianischen Regionalregierung und des Regionalparlaments, gehört die Capella Palatina. Die Capella war die Hofkapelle und wurde von byzantinischen, arabischen und normannischen Künstlern unter Roger II. 1140 geweiht. Sämtliche Wände und die Kuppelschale sind mit Mosaiken bedeckt. Die Mosaiken sind Werke von Künstlern aus Konstantinopel. Sie zeigen die Apostel Petrus und Paulus, Evangelisten und Propheten, Darstellungen aus der Heiligen Schrift und Christus als Weltenherrscher.Der dorische Tempel von Segesta, mit dessen Bau man um 425 begonnen haben dürfte, ist nie fertig geworden- oder als Scheintempel recht grob geblieben. Seine 36 wohlerhaltenen Säulen sind unkanneliert. Sie bestehen aus mächtigen Kalktufftrommeln. Auch die Blöcke des Stylobats, also des dreistufigen Unterbaus des Tempels, zwischen den Säulen sind nie versetzt worden, so dass die Säulen wie auf Basen stehen. Sehr gut erhalten sind die beiden Giebel und die figurenlosen Metopenfriese, also Reliefplatten über dem Architrav, die sich mit den Triglyphen abwechseln und zusammen den Fries bilden.Noto ist Siziliens schönste und auch geschlossenste Barockstadt. Die 22.000 Einwohner zählende Stadt im Südosten der Insel wurde bei einem Erdbeben 1693, dem weitere 25 Dörfer und zehn Städte zum Opfer fielen, völlig zerstört. Der Vizekönig von Palermo beschloss damals den Wiederaufbau einer Stadt, die den idealen Aufbau einer Gesellschaft darstellen sollte. Herausgekommen sind Fassaden mit ausladenden skulpturalen Balkonen. Aber Teile des als ideale Stadt konzipierten Ensembles sind inzwischen selbst vom Verfall bedroht. Erst der Einsturz der Domkuppel 1996 lie゚ die Behörden aufhorchen. Seitdem waren Baukräne die höchsten Objekte in dieser Barockstadt, die im Jahr 2002 auf die Liste des Weltkulturerbes der Unesco gesetzt worden ist.Kathedrale in PalermoKapitell in Monreale: Die Klosteranlage von Monreale ist nur acht Kilometer von Palermo entfernt. Das Benediktinerkloster wurde 1174 von den Normannenherrschern gestiftet. Der 47 auf 47 Meter große Kreuzgang des Klosters ist mit seinen 228 Doppelsäulen ein Gesamtkunstwerk. Kein Säulenpaar gleicht dem anderen, jedes ist ein kleines Kunstwerk für sich. Die Säulenschäfte sind teils gerade, teils glatt, teils gewunden, geriffelt, mit Spiralen oder Wellenlinien dekoriert. Die Kapitelle tragen Skulpturen von Tieren, Pflanzen, Menschen, Kobolde, Genien, Drachen, Harpyien, Greife oder Ritterkämpfe. Selbstverständlich, dass Normannenkrieger als Skulpturen in den Kapitellen dieser Doppelsäulen vertreten sind. Schlagkräftig und kunstvoll zugleich zeugen diese beiden Ritter von der Herkunft und dem Ehrgeiz der einstigen Wilden aus dem Norden. 1016 landeten die ersten normannischen Ritter auf dem Rückweg von einem Kreuzzug auf Sizilien. Die mit Mosaiksteinen unterschiedlich geschmückten Doppelsäulen, die unterschiedlichen Kapitelle und die orientalisch wirkenden Spitzbögen zählen zu den reifsten Leistungen mittelalterlicher Skulpturkunst.Durchaus kunstsinnig waren die Normannen vor allem in Palermo: Zum Palazzo di Normanni, heute Sitz der sizilianischen Regionalregierung und des Regionalparlaments, gehört die Capella Palatina. Die Capella war die Hofkapelle und wurde von byzantinischen, arabischen und normannischen Künstlern unter Roger II. 1140 geweiht. Sämtliche Wände und die Kuppelschale sind mit Mosaiken bedeckt. Die Mosaiken sind Werke von Künstlern aus Konstantinopel. Sie zeigen die Apostel Petrus und Paulus, Evangelisten und Propheten, Darstellungen aus der Heiligen Schrift und Christus als Weltenherrscher.MonrealeKapitell in Monreale: Die Klosteranlage von Monreale ist nur acht Kilometer von Palermo entfernt. Das Benediktinerkloster wurde 1174 von den Normannenherrschern gestiftet. Der 47 auf 47 Meter große Kreuzgang des Klosters ist mit seinen 228 Doppelsäulen ein Gesamtkunstwerk. Kein Säulenpaar gleicht dem anderen, jedes ist ein kleines Kunstwerk für sich. Die Säulenschäfte sind teils gerade, teils glatt, teils gewunden, geriffelt, mit Spiralen oder Wellenlinien dekoriert. Die Kapitelle tragen Skulpturen von Tieren, Pflanzen, Menschen, Kobolde, Genien, Drachen, Harpyien, Greife oder Ritterkämpfe. Selbstverständlich, dass Normannenkrieger als Skulpturen in den Kapitellen dieser Doppelsäulen vertreten sind. Schlagkräftig und kunstvoll zugleich zeugen diese beiden Ritter von der Herkunft und dem Ehrgeiz der einstigen Wilden aus dem Norden. 1016 landeten die ersten normannischen Ritter auf dem Rückweg von einem Kreuzzug auf Sizilien. Die mit Mosaiksteinen unterschiedlich geschmückten Doppelsäulen, die unterschiedlichen Kapitelle und die orientalisch wirkenden Spitzbögen zählen zu den reifsten Leistungen mittelalterlicher Skulpturkunst.PalermoSegestaDer dorische Tempel von Segesta, mit dessen Bau man um 425 begonnen haben dürfte, ist nie fertig geworden- oder als Scheintempel recht grob geblieben. Seine 36 wohlerhaltenen Säulen sind unkanneliert. Sie bestehen aus mächtigen Kalktufftrommeln. Auch die Blöcke des Stylobats, also des dreistufigen Unterbaus des Tempels, zwischen den Säulen sind nie versetzt worden, so dass die Säulen wie auf Basen stehen. Sehr gut erhalten sind die beiden Giebel und die figurenlosen Metopenfriese, also Reliefplatten über dem Architrav, die sich mit den Triglyphen abwechseln und zusammen den Fries bilden.Blick auf Segesta im Nordwesten Siziliens: Die einstige Elymerstadt, auf halber Strecke zwischen Alcamo und Trápani, liegt zwischen einer großartig wilden Kalkfelsenlandschaft und weiten Kornfeldertälern in einer vollkommenen Einsamkeit. Es gibt nur noch ein Theater und einen Tempel dieser sonst verschwundenen Stadt, deren Bewohner die griechische Kultur und Lebensweise übernommen hatten. Die Bewohner dieser Stadt waren keine Griechen. Als Elymer waren sie halb Sikaner, halb Afrikaner. Eindrucksvoll ist der Blick in die tief eingeschnittene Schlucht eines Bergbaches vor der Tempelanlage. Möglicherweise wurde das Bauwerk nicht als Tempel im eigentlichen Sinn erbaut, sondern nur als Säulenkranz um eine einheimische Kultstätte, der einen Tempel und damit griechische Kultur vortäuschen sollte.Oliven sind das Gold des Südens. Auch im Südwesten Siziliens werden Oliven wie bei der Provinzstadt Castelvetrano in Nachbarschaft des Tempels von Selinunt plantagenartig angebaut.Der dorische Tempel von Segesta, mit dessen Bau man um 425 begonnen haben dürfte, ist nie fertig geworden- oder als Scheintempel recht grob geblieben. Seine 36 wohlerhaltenen Säulen sind unkanneliert. Sie bestehen aus mächtigen Kalktufftrommeln. Auch die Blöcke des Stylobats, also des dreistufigen Unterbaus des Tempels, zwischen den Säulen sind nie versetzt worden, so dass die Säulen wie auf Basen stehen. Sehr gut erhalten sind die beiden Giebel und die figurenlosen Metopenfriese, also Reliefplatten über dem Architrav, die sich mit den Triglyphen abwechseln und zusammen den Fries bilden.VulcanoCefaluCefaluPalermoKathedrale von PalermoMilazzoTaorminaCefaluCaltanisettaCataniaIm Convento di Cappuccini in Palermo haben sich die Kappuzinermönche und viele Familien des Hochadels als Mumien bestatten lassen. Von Staub bedeckt , in Kleidern, die zu Staubgespinsten zerfallen, hängen sie an den Wänden und zeigen der Welt die Vergänglichkeit auf. In früheren Zeiten wurden sie sogar von Zeit zu Zeit nach neuer Mode bekleidet.CaltanisettaEnnaSyrakusCefaluAgrigentoAgrigentoDer bekannteste Markt Palermos und einer der ältesten Europas ist die Vucciria zwischen der Via Roma und dem Hafen.

Dottore Stellario Verzera möchte nicht wie die alten Männer von Taormina in der wärmenden Abendsonne sitzen und an einem Rotwein nippen. Deswegen sitzt der 82-jährige Arzt vor Nicolos Bar auf der Piazza Antonio und schaut mit flüchtigen Blicken den Frauen hinterher, die im gegenüberliegenden Postamt ein und ausgehen. Ganz klar, dass er dabei nicht seinen Gesprächspartner aus den Augen verliert. Die jüngere Frau ihm gegenüber, mit 44 in den mittleren Jahren, liebt die gestikulierende Art des Mediziners. Und ihr Mundwinkel verrät, dass sie Stellario für mindestens zehn Jahre jünger hält. Auf jeden Fall für einen Mann von Format schätzt, der etwas zu erzählen und eine eigene Geschichten hat. Zu erzählen weiß der Dottore – wie ihn hier alle nur nennen - einiges.





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