| Die Stadt Porto ist auch die Hauptstadt der Region Porto-e-Norteund liegt am Douro vor dessen Mündung in den Atlantischen Ozean. Mit circa 216.000 Einwohnern ist sie nach Lissabon zweitgrößte Stadt des Landes. Der rund 1,26 Millionen Einwohner zählende Ballungsraum Grande Porto rangiert landesweit ebenfalls an zweiter Stelle. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein wurde die Stadt auf Deutsch nicht selten Oporto genannt. Das Vorgestellte O ist der männliche bestimmte Artikel der portugiesischen Sprache. Oporto bedeutet also „Der Hafen“. Menschen haben an dieser Stelle seit der Castrokultur gesiedelt. Die Griechen errichteten hier einen kleinen Handelsplatz und nannten ihn Kalos (griech. schön). Den Namen übernahmen die Römer als Portus Cale für eine Keltensiedlung kurz vor der Mündung des Douro in den Atlantik. 540 machten die Westgoten die Stadt zur Festung und zum Bischofssitz. Die Stadt wurde 716 bis 868 und 997 bis 1050 von den Mauren beherrscht. 797 wurde die Stadt von Al-Mansur erobert und ausgebaut. In der zunehmend erfolgreichen Reconquista fiel das Gebiet 1092 endgültig unter christliche Herrschaft, zunächst das Königreich León. Dessen Grafschaft Portucale wurde 1096/97 dem Kreuzfahrer Heinrich von Burgund als erbliches Lehen gewährt – der Beginn der Geschichte Portugals. 1130 startete in Porto der Kreuzzug unter Führung von Afonso I. Henriques, dem ersten portugiesischen König. Heute ist Porto mit seiner Textil-, Lederwaren-, Metall-, Genussmittel- und chemischen Industrie, der Erdölraffinerie, dem Überseehafen Leixões und einem internationalen Flughafen wichtigste Industrie- und Handelsstadt und bedeutendes Verkehrszentrum des Landes. Eine Universität, Kunstakademie, Museen, Theater und eine Oper heben Portos Stellung eines bedeutenden kulturellen und wissenschaftlichen Zentrums Portugals heraus. Das historische Zentrum von Porto am Nordufer des Douro ist seit 1996 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eingetragen. Bekanntheit erlangte die Stadt durch dessen Exportartikel, den Portwein. Dieser Wein war schon beim römischen Historiker Marcus Terentius Varro beliebt. Später sorgte die Liebe zum Portwein dazu bei, dass im 18. Jahrhundert über 15 Prozent der damals 60.000 Einwohner Portos Engländer waren. Heute erinnern noch die Boote der Portweinkellereien auf dem Douro an diese Zeit, die Boote haben jedoch nur noch touristische Funktionen. Seit langem sieht sich Porto als heimliche Hauptstadt Portugals, weil sie immerhin die Namensgeberin des Landes ist. Zudem ist das Stadtbild Portos mit seinen Viadukten, Brücken, Handelskontoren, Banken und Juwelierläden eher geeignet, hauptstädtisch zu wirken, als das Lissabons. In Porto sagt man, dass hier das Geld verdient wird, das in Lissabon mit vollen Händen ausgegeben wird. |









































