Reine Glaubenssache
Spaniens Norden als Mischung aus Kultur, Pilgerwegen und weiten Ebenen

von Nicolas van Ryk



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Gassi gehen in galicischer Tracht. Der breitkrempige Hut der typisch galicischen Tracht spendet in der Sonne Schatten und schützt bei Regen. Im wetterwendigen Noia südwestlich von Santiago de Compostela an der Bucht Ria de Muros y Noia bieten sich so ein Kopfschutz und dicke Jacken an.

Gassi gehen in galicischer Tracht. Der breitkrempige Hut der typisch galicischen Tracht spendet in der Sonne Schatten und schützt bei Regen. Im wetterwendigen Noia südwestlich von Santiago de Compostela an der Bucht Ria de Muros y Noia bieten sich so ein Kopfschutz und dicke Jacken an.Schnell noch Brot holen gehen: Galicische Getreidespeicher können mannshoch sein oder so groß, dass Frauen unter ihnen hindurch laufen können. Die Speicher stehen nicht nur wegen der Statik auf Säulen mit runden Platten. Durch die Rundlinge wird vermieden, dass Mäuse und Ratten nicht an die Vorräte gelangen. Denn die Nager können zwar an den Säulen hoch klettern, nicht aber Hals über Kopf laufen.Ein typisch galicischer Getreidespeicher in einem Vorort von Noia. Manche Speicher wirken wie Grablegen aus vergangenen Zeiten, manche sind bis zu 30 Meter lang und andere werden noch als Kornhäuser benutzt.Einer der beiden Innenhöfe des Hostal de los Reyes Católicos. Das einstige Krankenhaus aus dem Jahre 1498 wurde zur Nobelherberge umgebaut und gilt heute als der berühmteste Parador Spaniens. Das königliche Hospital liegt an der Praza do Obradoiro, umgeben von der Kathedrale und dem Krankenhaus.Traum aus Granit. Auch nachts sind die reich verzierten Türme der Kathedrale von Santiago de Compostela weithin zu sehen. Der prächtige barocke Sakralbau ist Ziel der Pilger auf dem Jakobsweg. Die reich verzierte Westfassade der Kathedrale stammt vom Baumeister Fernando Casas y Novoa aus dem 18. Jahrhundert und ist im üppigen churrigueresken Stil gestaltet. Der weltberühmte Pilgerort im Nordwesten Spaniens wurde das Symbol des christlichen Spaniens beim Kampf gegen den Islam. Am Ende des 10. Jahrhunderts von Muslimen zerstört, wurde es im darauffolgenden Jahrhundert wieder vollständig aufgebaut. Diese Kathedrale gehört seit 1985 zum Welterbe der UNESCO.Am frühen Abend wirkt das Kloster San Marcos in León noch majestätischer. Als generöses Dankeschön für die Santiago-Ritter, die sich maßgeblich an der Reconquista, also der christlichen Rückeroberung des maurischen Spaniens, beteiligt hatten, stifteten die Katholischen Könige Isabella und Ferdinand zu Beginn des 16. Jahrhunderts das Kloster San Marcos. In der Folge diente es als ritterliches Stammhaus, als Konvent und Pilgerhospiz. Heute ist ein Fünf-Sterne-Hotel der staatlichen Paradores-Gruppe darin untergebracht. Über dem Haupteingang des heutigen Hotels ist ein Motiv, das den heiligen Jakobus als Maurentöter zeigt.Die Kathedrale Santa Maria de la Regla in León. In der Außenansicht der im 13. Jahrhundert begonnenen Kathedrale schaut man zunächst steil auf zu den beiden ungleich hohen Türmen, dem 65 Meter messenden Glocken- und den 68 Meter hohen Uhrturm. Die Türme flankieren die eindrucksvolle Westfassade mit ihrer Fensterrose und den drei  mit reichem Skulpturenschmuck versehenen Portalen.Eine Dorfkirche auf dem Caminó, dem Jakobspilgerweg bei Burgos. Grasig, steppig und einsam zeigt sich die Meseta genannte Hochebene.Knorrige Weinstöcke im Rioja bei Santo Domingo de la Calzada.Hier muss Vincent van Gogh schon gewesen sein. Die blauen Iris auf der Mauer in einem Rioja-Dorf hätten eine ideale Vorlage für sein Irisbild abgegeben.Es ist Kantabrien, nicht das Allgäu. Die grüne Berglandschaft zwischen Asturien und dem Baskenland hat eine Meeresküste vor sich mit dem passenden Namen Costa Verde, grüne Küste.San Vicente de la Barquera an der Costa Verde in Kantabrien. Grüne Hügel, schneebedeckte Berge und fangfrische Meeresfrüchte in den Hafenbars des 5000-Seelen-Städtchens machen diesen Ort mit zum Schönsten, was Kantabriens Küstenlandschaft zu bieten hat.„Trau keinem Fotografen, denn hinter ihm könnte ein Stier kommen“, mag der Herr denken. Vor allem in Pamplona ist dieses Misstrauen während der Sanfermines berechtigt. Alljährlich zwischen dem 6. und 14. Juli steht die navarresische Hauptstadt Kopf. Denn dann findet auch die „feria del toro“, also das größte Stier-Volksfest Nordspaniens, statt. Jeden Morgen kommt es in diesen Sommertagen zum „encierrro“, dem weltberühmten Stiertreiben durch die abgesperrten Altstadtgassen von Pamplona. Über eine Strecke von 850 Metern werden die Tiere durch die Menge getrieben. Doch oft treiben die Stiere die wagemutigen Menschen vor sich her. Die Laufgeschwindigkeit der Stiere wird schnell unterschätzt; Leicht- und Schwerverletzte und schon tödlich Verunglückte sind die Folge gewesen.Das Café Iruna am zentralen Plaza del Castillo in Pamplona. Iruna ist der baskische Name für Pamplona. Vielen gilt das gleichnamige Café als das schönste der Stadt. Berühmtester Gast des alten Cafés war Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway, der von der reich verzierten und dekorierten Inneneinrichtung begeistert war.Spanisches Klischee aus Stein. Rund 35 Kilometer südlich von Pamplona liegt das Städtchen Artajona. Oberhalb des Ortes erreicht man die gut erhaltenen Reste einer mittelalterlichen Befestigungsanlage, den sogenannten Cerco de Artajona, sowie die aus dem 13. Jahrhundert stammende Wehrkirche San Saturnino. Der auf die Jahre 1085 bis 1103 zurückgehende Cerco de Artajona besteht aus Mauern  und mehreren, von Zinnen gekrönten Türmen. Die wuchtige Wehranlage ist typisch für die zahlreichen befestigten Ortskerne spanischer Kleinstädte.Die gotische Schlossanlage von Olite geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Navarras Monarch Carlos III. el Noble fand in Olite seine bevorzugte Residenz. In einer Mischung aus Palast, Kirche und Wehrburg wirkt das umfangreich restaurierte Schloss wie ein riesiges verwinkeltes Relikt aus einer Fantasiegeschichte. Im ältesten Teil des zum Nationaldenkmal deklarierten Schlosses ist heute ein staatlicher Parador untergebracht. Im Sommer bietet die Burg von Olite den Rahmen für Veranstaltungen im Zuge der Festspiele von Navarra.

Über Baiona leuchtet ein Regenbogen. Diesen Hoffnungsstreifen kann die Küstenstadt im äußersten Südwesten Galiciens gut gebrauchen. Der Farbenschimmer am verdunkelten Himmel kennzeichnet die Stimmung in der Region. Auf den peitschenden Regen folgt auch hier Sonnenschein.





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